Emotionaler Last-Minute-Sieg

Dank eines Treffers in letzter Sekunde schlagen unsere Zwanziger Union Schafhausen knapp aber nicht unverdient mit 2:1 (0:0).

An diese Gelbe Karte dürfte sich unser Vize-Kapitän Kai Euler noch lange mit einem Grinsen im Gesicht erinnern. Weil er nach dem Siegtreffer in der Nachspielzeit jubelnd aufs Feld gelaufen war, wurde unsere Nummer 19 vom Unparteiischen verwarnt. Im Donnerstagstraining umgeknickt, musste Euler verletzt passen, saß deshalb nur auf der Bank und erlebte das emotionale Highlight dieses Advents-Nachmittags so aus ungewohnter Position an der Seitenlinie. Den Sprint zum Siegtorschützen Felix Krellmann ließ er sich aber nicht nehmen und den Gelben Karton nahm er mit einem Lächeln zur Kenntnis.

Denn kurze Zeit später war Schluss, und die Zwanziger hatten in einem denkwürdigen Schlussspurt drei ganz wichtige Punkte gegen einen extrem unbequemen und sehr stabilen Gegner eingefahren. Auf dem schneebedeckten und entsprechend schwer zu bespielenden Kunstrasenplatz im Kurt-Bornhoff-Sportpark waren die fußballerischen Grundtugenden Einsatz, Kampf und Leidenschaft Trumpf. Denn an sicheres Kombinationsspiel war auf seifigem Geläuf kaum zu denken. „Wir haben die schwierigen Bedingungen hervorragend angenommen“, so Trainer Micha Skorzenski, der ein Sonderlob ein Sebastian Ramspott verteilte. Der Innenverteidiger, zuletzt mit wenig Spielzeit, ersetzte kurzfristig den verletzten Euler, warf sich leidenschaftlich in jeden Zweikampf und lieferte eine bärenstarke Vorstellung ab. „Hut ab, so eine Leistung aus dem Stand ist alles andere als selbstverständlich. Das war überragend“, so Skorzenski, dessen Elf kurz vor der Pause durch Marcus Wilsdorf hätte in Führung gehen können. Doch der Flügelspieler scheiterte aus spitzem Winkel am gut reagierenden Gästekeeper (44.).

In einem weiterhin ausgeglichenen Spiel besaßen die Gastgeber nach dem Seitenwechsel die besseren Chancen, doch gleich zweimal vergab Marc Hebbeker frei vor dem Tor die mögliche Führung. Zunächst setzte sich der Angreifer mit dem Rücken zum Tor sensationell gegen zwei Abwehrspieler durch, traf frei vor dem Keeper dann den Ball aber nicht (63.), dann köpfte er freistehend aus fünf Metern am Tor vorbei (67.). Mitten in die Druckphase der Schwarz-Weißen hinein der Schock: Zu zaghaftes Abwehrverhalten auf der Außenposition ermöglichte den Schafhausenern eine ungestörte Flanke von der rechten Seite und am zweiten Pfosten köpfte FC-Stürmer Phillip Grüttner die Bogenlampe über die Linie (71.).

“Das ist geil, das ist Frechen 20”

Doch die Hausherren schüttelten sich kurz und erholten sich schnell von dem Schock des Gegentreffers. “Wir haben einfach weitergemacht und uns belohnt. Das ist geil, genau das macht Frechen 20 aus”, freute sich Skorzenski, dessen Elf nicht zum ersten Mal in dieser Saison einen Rückstand drehte. Nach feiner Einzelleistung von Wilsdorf bekam der Gästetorwart den Ball nicht richtig zu fassen und Hebbeker staubte trocken ab (85.). Nun wollten unsere Jungs mehr. Auch wenn das Unentschieden dem Spielverlauf durchaus gerecht geworden wäre, der Lucky Punch sollte noch gelingen: Nach Ballgewinn im Mittelfeld nahm Felix Krellmann in der Nachspielzeit aus der Distanz einfach mal Maß und hatte das Glück des Tüchtigen, dass ein gegnerischer Abwehrspieler den Ball noch unhaltbar abfälschte (90.). Der Rest war grenzenloser Jubel und ein gelbwürdiger Sprint von Kai Euler. „Ein richtig geiles Finish. Wir haben das Glück heute erzwungen“, freute sich auch Micha Skorzenski. 

Leider nicht so erfolgreich lief es für unsere Reserve, die gegen die Zweitvertretung des SSV Berzdorf mit 0:2 (0:1) unterlag.

Granit Rama behauptet den Ball in dieser Szene gegen die Hintermannschaft von Union Schafhausen

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