Schmeichelhafte Nullnummer

Das Nachholspiel bei Germania Teveren endet nach schwachem Spiel mit einem torlosen Unentschieden.

Auf dem tiefen Rasenplatz nahe der niederländischen Grenze war es kein Tag für Fußballästheten. Viel Krampf, noch mehr Kampf und ganz wenig Fußball – so lassen sich die 90 Minuten des Nachholspiels der Landesliga Staffel 2 zusammenfassen.

Von Beginn an kamen unsere Zwanziger nicht wirklich gut ins Spiel. Die Hausherren dagegen genossen sichtlich jeden Zweikampf und warfen sich mit viel Leidenschaft in jeden Ball. So entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel mit vielen körperbetonten Duellen am Rande fußballerischer Fairness. Teveren konnte die erste Chance der Partie per abgefälschtem Weitschuss verbuchen, den unser Keeper Eric Klaas noch an den Pfosten lenkte (21.). Eine rüde Attacke gegen Lenhard Preis führte dann nicht nur folgerichtig zur ersten Gelben Karte der Partie, sondern leider auch zur Verletzung unserer Nummer sechs. Zwar versuchte Preis nochmal auf die Zähne zu beißen, es ging aber nicht mehr weiter (34.). Ungemütlich wurde es dann gegen Ende der ersten Hälfte im Frechener Strafraum. Eckball um Eckball flog der Zwanziger-Defensive um die Ohren, doch immer wieder bekamen die Gäste ein Körperteil dazwischen, so wie Sebastian Ramspott, der für Preis ins Spiel gekommen war und mit dem Rücken auf der Torlinie den Rückstand verhindern konnte (42.).

Die Seiten wurden gewechselt, am Gesamtbild änderte sich jedoch nichts. Teveren war bei Standards weiterhin brandgefährlich und den Gästen gelang es nicht, ihre Stärken auszuspielen. Viele einfache Ballverluste, fehlende Konsequenz in den Zweikämpfen und Pech, dass die Bälle in nahezu jeder Situation immer zugunsten der Germania versprangen. Während FC-Torwart Pascal Haaren einen ruhigen Nachmittag verlebte, stand unser Keeper nach rund einer Stunde wieder im Fokus, als er im Eins-gegen-Eins gegen Teverens Topstürmer Alexander Back parieren konnte (62.).

Hinten doppeltes Glück, vorne Pech

Das Spiel plätscherte in die Schlussphase hinein und wurde erst wieder interessant, als der eingewechselte Ramspott nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (84.). In Überzahl drängten die Hausherren auf den Sieg und erspielten sich gleich zwei hochkarätige Chancen: Zunächst hatte Teverens Sebair Ljatifi Torwart Klaas schon umkurvt, zielte dann aber weit am Gehäuse vorbei (88.), kurz darauf traf die Nummer 21 der Germania mit einem strammen Schuss den linken Pfosten (90.), um sich in der Nachspielzeit dann ebenfalls mit Gelb-Rot zu verabschieden.

Die numerische Gleichzahl wieder hergestellt, bot sich den Zwanzigern in der Schlussminute dann tatsächlich noch eine Torchance und dementsprechend die Siegchance: Nach einem hohen Ball in den Strafraum war Mario Puzzo plötzlich blank, unser “Capitano” scheiterte aus spitzem Winkel allerdings am gut reagierenden Haaren.

Nach insgesamt nicht zufriedenstellender Vorstellung wäre ein Auswärtsdreier zwar auch nicht verdient gewesen, über einen späten Siegtreffer hätte sich aber wohl auch niemand auf Gästeseite beschwert. “Insgesamt war es ein absoluter Horrokick. Und das lag nicht an den äußeren Umständen, sondern allein an unserer Leistung. Wir sind nicht ans Limit gegangen und dann kommt so etwas dabei heraus”, haderte Coach Micha Skorzenski. Dessen Elf hat am Sonntag in Erftstadt die Chance, Wiedergutmachung zu betreiben.

Felix Krellmann (li.) und die Zwanziger mühen sich in Teveren vergeblich

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