Zwanzigern fehlen fünf Minuten

Das späte 0:1 (0:0) gegen Tabellenführer FC Wegberg-Beeck bedeutet für Frechen die erste Heimniederlage seit über einem Jahr.

Die Vorzeichen sprachen eigentlich eher für ein ungleiches Duell am elften Spieltag der Mittelrheinliga. Aufsteiger Frechen 20, mit bereits sechs Unentschieden die ungekrönten Remis-Könige der Liga, gegen den Regionalliga-Absteiger, Tabellenführer und Top-Favoriten auf den direkten Wiederaufstieg, den FC Wegberg-Beeck. Doch was die rund 150 Zuschauer im Kurt-Bornhoff-Sportpark dann geboten bekamen, war ein interessantes und leidenschaftlich geführtes Duell auf Augenhöhe.

Zwar hatten die Gäste erwartungsgemäß mehr Ballbesitz, doch die robuste Defensive der Zwanziger, diesmal mit den drei Innenverteidigern Kai Euler, Oliver Noster und Aaron Böning aufgestellt, präsentierte sich mehr als sattelfest und gewann vom Anpfiff weg die wichtigen Zweikämpfe. So konnte eine konzentriert verteidigende Frechener Mannschaft den Gegner in den entscheidenden Situationen vom Tor fernhalten. Auf der Gegenseite versuchte es die Elf von Coach Micha Skorzenski immer wieder über den schnellen Marcus Wilsdorf oder Marco Ban für Entlastung zu sorgen. Dies gelang mit zunehmender Spielzeit immer besser, so dass der agile Wilsdorf kurz vor der Pause auch die erste echte Torchance des Spiels verbuchen konnte (44.). Zwar rauschte sein Schuss aus halbrechter Position ans Außennetz, doch viel näher kamen weder die Zwanziger noch der Favorit aus dem Kreis Heinsberg einem Erfolgserlebnis im ersten Durchgang.

Dies änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst nicht – zumindest was die Gäste betraf. Denn es war der Aufsteiger, der nun immer mutiger agierte, deutlich längere Ballbesitzphasen vorzeigen konnte und auch im Spiel nach vorne zielstrebiger wurde. Immer wieder gelang es den Zwanzigern, nach gewonnenen Defensivzweikämpfen mit ein, zwei Pässen schnell umzuschalten und so gefährliche Kontersituationen zu kreieren. Allerdings scheiterte Ban mit zwei Schüssen am wachsamen FC-Keeper Stefan Zabel (58./63.). Und auch der starke Wilsdorf konnte zwei weitere sehr gute Kontergelegenheiten leider nicht nutzen.

Und so kam es schließlich, wie es im Fußball so oft passiert: Der Favorit – bis dato mit nicht einer wirklich zwingenden Torchance – nutzte einen der wenigen Unachtsamkeiten in der Frechener Hintermannschaft zum goldenen Tor, das Shpend Hasani per Direktabnahme nach Flanke von der linken Seite erzielte (85.). Es passte zum einmal mehr tollen Charakter der Zwanziger, dass sie trotz des späten Rückschlags nicht aufsteckten und bis zum Ende der Nachspielzeit alles reinwarfern, um doch noch irgendwie zum Ausgleich zu kommen. Doch unter anderem Lenni Preis verpasste nach einer der zahlreichen Ecken in den Schlussminuten einen möglichen Ausgleich nur denkbar knapp.

So durften sich die Gäste aus Wegberg-Beeck am Ende über einen ebenso knappen wie glücklichen Auswärtssieg freuen. Denn einen Punkt hätte der hervorragend eingestellte Aufsteiger mehr als verdient gehabt. “Das ist natürlich letztlich ein unfassbar bitteres Ergebnis, aber ich bin sehr stolz auf die Jungs, die wirklich eine tolle Leistung abgeliefert haben. Gegen so einen Gegner darf man sich letztlich 93 Minuten lang keinen Fehler erlauben, aber ich kann der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen”, so Trainer Skorzenski.

Reserve trotzt Rückstand
Zuvor ließ sich unsere Zweite Mannschaft auch von einem 0:2-Rückstand gegen den SV Godorf nicht aus dem Konzept bringen. Und so stand nach 90 Minuten und Toren des starken Niklas Falcke (3), Kapitän Leon Zirpel und Sven Metzen ein letztlich klarer 5:2-Sieg zu Buche.

Unsere Dritte Mannschaft unterlag zuvor trotz Toren von Florian Langer und Vinusen Uthayarajan dem TSV Weiß III mit 2:4.

#WirfürFrechen
#AufgehtsZwanziger

Innenverteidiger Aaron Böning (re.) und seine Teamkollegen lieferten im Defensivverbund eine nahezu fehlerfreie Leistung ab

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